Donnerstag, 7. Oktober 2010

Acker, Loch und Bodenplatte

So schnell kann es gehen, aber der Reihe nach:
Am 22. September hatten wir unsere erste Baubesprechung, an der auch ein Mitarbeiter der  Massivhausprofi UG, die für die Erdarbeiten und die Erstellung des Rohbaus zuständig ist, teilnahm. Neben einigen allgemeinen Absprachen wurde der 11. Oktober als Datum des Baubeginns festgelegt. Ein bisschen depremiert waren wir da schon, dass noch soviele Tage ins Land gehen würden, bis es endlich losgeht. Aber so war auch noch genügend Zeit, den Termin mit dem Vermesser abzustimmen, was unser Bauleiter übernahm.
Aber "Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt": Es war nicht einmal eine Woche vergangen, da wurde der Plan schon angepasst - es sollte nun am 04. Oktober losgehen. Glücklicherweise konnte unser Bauleiter auch alle Beteiligten entsprechend umplanen, so dass der neue Starttermin von uns freudig erwartet wurde.
Am 01. Oktober nahm der Vermesser von Ingenierurbüro Noffke neben der Grenzfestellung auch die Einmessung für unser Haus vor. Meine Güte, plötzlich sah das Grundstück echt winzig aus. Bereits bei der Erstellung des Lageplans hatte der Vermesser festgestellt, dass der Zaun unserer neuen Nachbarn leider nicht ganz richtig stand und uns so um einige Zentimeter unseres Grundstücks "beraubte". Um nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen und unsere neuen Nachbarn zu erschrecken, wollten wir dies erst später in aller Ruhe und nachdem man sich näher kennengelernt hatte, besprechen. Aber eine Grenzfestellung wäre keine Grenzfestellung, wenn die Grenze nicht auch markiert wird. Und so stand nun dummerweise ein unübersehbar blauer Holspfosten im Blumenbeet unserer Nachbarn. Als wir zwei Tage später nochmal beim Grundstück vorbeischauten, war der Pflock schon aus dem Beet entfernt und nur die blaue Markierung auf der Straße tat von dem Umstand kund:

Wenn man als Kind etwas angestellt hatte und genau wusste, dass es zu Hause eine Menge Ärger geben wird - so lässt sich unser Gefühl bzgl. unseres Starts in die Nachbarschaft am Besten beschreiben.
Aber dazu später mehr.

Am 04.Oktober rückten nun 2 Mann mit Bagger an und begannen unseren Acker mit einem Loch zu versehen. Und da etwa 80 cm des Bodens ausgetauscht werden mussten, wuchs neben dem Loch auch gleich ein Berg. Aus Sicht eines Flachlandbewohners hatten wir nun ein hochalpines Gelände zur Verfügung, dass im Winter sicherlich gewinnbringend als Wintersportattraktion genutzt werden kann.



Auf dem Bild ist das Loch allerdings schon wieder mit Kies aufgefüllt, von daher sieht es nicht mehr ganz so alpin aus ;-)
Neben der Baggerei wurde am gleichen Tag auch noch der Baustrom zur Verfügung gestellt. Und als ob die Zaunangelegenheit nicht genug Bauchschmerzen bei uns verursachte, rief uns der Bauleiter am Nachmittag an und teilte uns Folgendes mit: Die Bauleute hätten ihm von einer Nachbarin berichtet, die wütend den Metallpfahl zur Erdung des Baustromkastens aus der Erde gerissen hätte. Wir mögen uns doch bitte mal darum kümmern.
Nun gut, die Sache aussitzen kam ja leider nicht in Frage, also ging es am Nachmittag mitsamt Sohnemann zu unserer Baustelle. Auto geparkt und der Blick nach Vorn eröffnete folgende Aussichten:
Auf der linken Seite 2 Männer, die auf dem blauen Strich neben dem Blumenbeet unseres Zaunnachbarn schauten. Auf der rechten Seite der Straße ein Baustromkasten. Und auf dem Grundstück dahinter eine Frau.

Oh mein Gott, bloss schnell weg hier - das war mein erster Gedanke. Aber irgendwie sollte der Bau ja auch weitergehen, von daher war das Motto: Angriff ist die beste Verteidigung.
Zuerst steuerte ich auf die beiden Herren zu und gab mich als Mitverursacher des blauen Strichs zu erkennen. Nunja, der Grund für diese lustige Straßenmalerei war den Beiden schon in den Sinn gekommen, also gab es kein um den heissen Brei herumreden. Aber unser zukünftiger Nachbar scheint nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen zu sein. Von daher sind wir so verblieben, dass wir die Angelegenheit und die Auswirkungen später in aller Ruhe besprechen.
Zu dem Gespräch gesellte sich auch ganz schnell die Frau von Gegenüber. Auch sie war sehr nett, so dass sich schnell Erleichterung einstellte. Der Grund für die "Entpfählung" war auch flux erklärt: Obwohl die Stadtwerke bereits mehrfach darüber informiert worden waren, dass sich unter der Kieselsteinschicht auf ihrem Grundstück ein Flies zum Schutz gegen wucherndes Unkraut befindet, wurden bereits mehrfach ähnliche Erdungspfähle einfach mittendurchgerammt. Wie das Flies nun aussieht, kann man sich denken. Und die Reaktion war mir nun auch klar. Schnell fanden wir auch eine Lösung, und so endete unser Baustellenbesuch in einem netten Gespräch mit den zukünftigen Nachbarn.

Da wir den Gedanken an schlangestehende Potsdamer Wintertouristen auf unserem Grundstück doch nicht ganz so toll fanden, organiserten wir noch schnell den Abtransport unseres Mount Nuthatch.
3 Tage später sah das Gelände schon wieder recht platt aus und das augefüllte Loch war als in Arbeit befindliche Bodenplatte erkennbar:

Am Abend war das Ganze dann bereits mit Beton gefüllt, aber kein Fotoapparat zu Hand.

Und damit auch zu hause keine Langeweile aufkommt, sind wir fleissig dabei Haustür, Innentüren, Drückergarnituren, Treppe, Badewanne, Dusche usw. auszusuchen. Mein Gott, Auswahl macht das Leben nicht unbedingt leichter.

Kommentare:

  1. Hallo Häuslebauer,

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    Wir freuen uns auf Euch und Eure Erfahrungen !

    Viele Grüße
    Stefan

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  2. Hallo Ihr beiden,

    das paßt jetzt vielleicht nicht ganz zu dem Eintrag, aber ich bin im Netz zu Bauthemen auf Euren Blog gestoßen.
    Respekt, das nenne ich mal ein "Bautagebuch". Wenn Eure Zeit es zuläßt immer schön pflegen, auch für später.
    Um jetzt auf den Punkt zu kommen: Wir haben in Alt-Golm gebaut, mit der HS-Bau, und sind dieses Jahr im Juli eingezogen. Ich werde immer mal in den Blog reinschauen, um als quasi HS-Bau Erfahrungsträger vielleicht das eine oder andere Mal hilfreich zur Seite zu stehen.

    Viele Grüße
    Tobias

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